Wer ist Gründer

Die Zeitschiene

Wann beginnt jemand, der mit dem Gedanken der Existenzgründung spielt, ein Gründer zu sein? Wann wandelt er sich vom Gründer zum „gestandenen“ Unternehmer?

Ein genauer Zeitverlauf bei der Existenzgründung kann nicht allgemein festgelegt werden. Klar ist allerdings, dass ein gewisser planerischer Vorlauf vor dem eigentlichen Akt der Gründung (z.B. Gewerbeanmeldung) nötig ist. Auch endet der Gründungsprozess nicht mit dem Tag der Gewerbeanmeldung; vieles ist danach noch zu regeln und auch viele öffentlichen Förderprogramme greifen noch eine Zeit lang nach der Gründung. Wir, die Partner der Gründerinitiative Fürth, haben uns darauf geeinigt, „Gründung“ als Zeitschiene zu sehen, die etwa ein Jahr vor der eigentlichen „Geburt“ des Unternehmens beginnt und etwa drei Jahre danach endet. Durch diesen Zeitraum wollen wir Sie als Gründer im Bereich „Phasen“ auf diesen Seiten Schritt für Schritt führen und Ihnen gleich die richtigen Ansprechpartner aus Stadt und Landkreis Fürth nennen.

Die berufliche Ausgangssituation des Gründers

Neben der Möglichkeit, aus der nichtselbstständigen Anstellung den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, bietet die Existenzgründung einen immer häufiger wahrgenommenen Weg aus der Arbeitslosigkeit. Statistiken belegen, dass inzwischen sogar jeder fünfte Existenzgründer zuvor arbeitslos war. Das Arbeitsamt fördert Gründungswillige bis zu einem halben Jahr mit dem sogenannten Überbrückungsgeld. Voraussetzung dafür ist eine entsprechend positive Begutachtung des Gründungsvorhabens und der Erfolgsaussichten durch fachkundige Stellen. Weitere Fördermöglichkeiten sind damit nicht ausgeschlossen; sie müssen allerdings in der Regel vor der Existenzgründung beantragt werden.

Auch für Hochschulabgänger werden die Aussichten, um unternehmerisch auf eigenen Beinen zu stehen immer attraktiver. Erschwerend macht sich hier allerdings oft bemerkbar, dass es den Absolventen trotz großen Fachwissens und guter Geschäftsideen oft an existenziellem Unternehmerwissen mangelt, sei es das betriebswirtschaftliche Know-how oder die Marktkenntnisse.

Frauen – die erfolgreicheren Gründer

Im vergangenen Jahr wurden rund ein Drittel der Start-up-Unternehmen in Bayern von Frauen gegründet (bundesweit etwa ein Viertel). Auch die Erfolgsquote lässt sich sehen, denn Frauen sind als Existenzgründer im Schnitt erfolgreicher als Männer. Sie schätzen ihr Vorhaben realistischer ein und vermeiden zu große Risiken.

Dabei haben Frauen als Gründer mit größeren Problemen zu kämpfen als Männer:

Ausländische Gründer in Deutschland

Grundsätzlich gilt für Ausländer, die in Deutschland einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, eine Zugangsbeschränkung. Personen aus EU-Mitgliedsstaaten haben dabei aber einen gesonderten Status: Sie unterliegen den gleichen Rechten und Pflichten wie deutsche Staatsbürger, wenn es um die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit geht.

Bei Nicht-EU-Ausländern ist die wesentliche Frage, ob der Ausländer eine Aufenthaltsberechtigung besitzt. Die Aufenthaltsberechtigung sichert Personen einen durch Nebenbestimmungen nicht mehr einschränkbaren Aufenthalt zu. Damit kann die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit nicht mehr untersagt werden. Neben persönlichen Voraussetzungen (u.a. Einzahlung in die Sozialversicherung, keine Verurteilung wegen einer vorsätzlichen Straftat, Sicherung des Lebensunterhaltes mit eigenen Mitteln) besteht nach Besitz der Aufenthaltserlaubnis über mindestens acht Jahre (bei deutsch verheirateten Ausländern nur fünf Jahre) hinweg ein Rechtsanspruch auf die Erteilung der Aufenthaltsberechtigung.

Aufenthaltsrechtliche Entscheidungen und Maßnahmen in Bezug auf eine Existenzgründung werden allein von den zuständigen Ausländerbehörden getroffen, diese holen sich gutachterliche Stellungnahmen der zuständigen Kammern und Gewerbeämter ein. Wichtig ist dabei, dass ein „besonderes örtliches Bedürfnis“ oder ein „übergeordnetes wirtschaftliches Interesse“ vorliegt, wie z.B. die Schaffung von Arbeitsplätzen durch erhebliche Investitionen.